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15.10.2018 23:46:29


Vom Ursprung der Wallfahrt bis heute


Die Ursprünge der Wallfahrt in Wolfwil liegen im Dunkel der Geschichte. Der Legende nach soll in der Reformationszeit des 16. Jahrhunderts im Bernbiet eine Marien-Statue in die Aare geworfen und am Wolfwiler Aarebord unterhalb der jetzigen Kirche angeschwemmt worden sein. Diese Statue wird seitdem in der Wolfwiler Kirche von Pilgern aus nah und fern verehrt.

Bereits im Jahre 1627 wurde eine dorfübergreifende Bruderschaft des Heiligen Rosenkranzes zu Wolfwil am Gnadenaltar der Muttergottes errichtet. Geistliche wie Laien aus der näheren und weiteren Umgebung liessen sich als Brüder oder Schwestern einschreiben. Und bald einmal fanden sich Wallfahrten ganzer Pfarreien vor der "Lieben Frau von Wolfwil" ein. Die Teilnahme an den Andachten und Bittgängen war für die Mitglieder übrigens nicht verpflichtend. Prozessionen und Umgänge fanden vor allem an Marien-Festtagen wie Maria Verkündigung (25. März), Maria Himmelfahrt (15. August), Maria Geburt (8. September) und Maria Lichtmess (2. Februar) statt.
In der “Bittwoche” zogen alle Gäuer Pfarreien jeweils frühmorgens von Montag bis Mittwoch auf Bittgängen zu Kirchen von Nachbarpfarreien, um am anschliessenden Fest Christi Himmelfahrt zudem einen grossen Umgang über die Felder und Fluren unter die Füsse zu nehmen! Die Industrialisierung, die arbeitsintensiver betriebene Landwirtschaft und die Ausdehnung der Schulzeit auf mehr Monate im Jahr verunmöglichten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Bittgänge. Schliesslich verzichteten die meisten Pfarreien auf die Umgänge und Prozessionen durchs Dorf und über die Felder, so Wolfwil zuerst auf die monatlichen Vespern mit den Marianischen Umgängen. Damit erlosch auch das Weiterleben der Bruderschaft des Heiligen Rosenkranzes zu Wolfwil.

Nach einigen etwas ruhigeren Jahren stellen wir wieder eine Zunahme der Wallfahrten und Bittgänge fest. Besonders im Monat Mai, aber auch durchs Jahr hindurch finden sich Pilgergruppen aus der näheren und weiteren Umgebung ein, um der Gottesmutter Maria ihre Anliegen und Sorgen vorzutragen oder für Erhörungen zu danken. Am Patroziniumsfest vom 15. August ist es noch heute eine lieb gewonnene Tradition von Pfarreien aus dem Thal, dem Gäu und dem Untergäu, sich auf den Weg zum grossen Pilgerfest Maria Himmelfahrt und zu "Unserer Lieben Frau von Wolfwil" zu begeben.

Marienkapelle
Foto: E. Schenker, Wolfwil
 



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Wallfahrtsort Wolfwil